Schwein gehabt. Eine Autobiografie in Bildern

Schwein gehabt von Henryk M Broder

Schwein gehabt von Henryk M Broder

Pünktlich zum seinem 70. Geburtstag hat Henryk M. Broder seine Autobiografie „Schwein gehabt“ vorgelegt, Gott sei Dank in Bildern. Zusammengestellt hat diese Biografie, wie es im Innenteil des Buches heißt, Tim Maxeiner, ein in Frankfurt geborener und in San Pedro, Kalifornien, lebender Fotograf. Er war es auch, der Ordnung in Broders Kistenweise vorhandenen Schnappschüsse gebracht hat und sie zu einem gelungenen fotografischen Potpourri zusammengestellt hat. Neben Maxeiner haben Elke Schmitter und Leon de Winter viel Lobendes über Broder niedergeschrieben. 

Gerade musste Broder eine Kaskade an Lobhudeleien seiner Fan-Gemeinde über sich ergehen lassen und schon legt er mit einem Bildband nach, in dem Fotos präsentiert werden, die zeigen, dass Broder keinerlei Berührungsängste mit niemandem und nichts hat. Broders journalistisches Credo hat  der Autor gleich zu Beginn kundgetan: „Ich fotografiere so, wie ich schreibe: immer drauflos.“

Broder ist ein Meister der Selbstvermarktung. Zur Weltverbesserung hat er folglich keine Zeit. Seine publizistische Umtriebigkeit betrachtet er als „Zeitvertreib“. Eine 35-Stunden-Woche wäre für Broder der blanke Horror, da er den Rest seiner Zeit mit einem Hobby ausfüllen müsste, was er aber nicht hat. „Ich schaue mir gern Bauer sucht Frau und Schwiegertochter gesucht auf RTL an.“ Beide Sendungen finde auch ich äußerst unterhaltsam, und sie dürften den Voyeurismus der meisten Fernsehzuschauer stillen.

Viele Fotos zeigen Broders Begabung für den richtigen Kairos. Sie dokumentieren den Alltag der Menschen in seiner ganzen Bizarrheit, Unvollkommenheit und Normalität, was die Sammlung symphytisch daherkommen lässt. Broder hat großen Respekt vor Menschen, „die Spuren im Treibsand der Geschichte hinterlassen haben“. Verwehen und verschwinden im Treibsand nicht jegliche Spuren? Jedenfalls das Cover-Foto wird seine Spuren – wenn nicht im Treibsand, so doch in Broders Bücherregal – hinterlassen. Schwein gehabt!

PS. Wann erscheint Henryk M. Broders Backbuch? Man munkelt, er sei ein exzellenter Kuchenbäcker.

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