Verschwörungstheorien zu 9/11

Ein Buch zu den Hintergründen von 9/11, das aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt wird, muss eine besondere Botschaft enthalten. Der Leser hofft, dass endlich die offizielle Story, die von der Bush-Administration und dem US-Kongress bereits am nächsten Tag verbreitet worden ist und die die ganze Welt als „Wahrheit“ akzeptiert hat und dafür in einen seit 15 Jahren andauernden Krieg gegen den Islam gezogen ist, endlich widerlegt werden würde, und dies von einem US-Amerikaner: Weit gefehlt.

Was hier der deutschen Leserschaft vorgesetzt wird, ist krudestes und primitivstes  Verschwörungsdenken. Jeder, der sich auch rudimentär mit den Vorgängen über 9/11 befasst hat, legt das Buch nach kurzer Zeit angewidert beiseite. Wayne Madsen gehört zu der „Israel-did-it-crowd“, ohne dafür auch nur einen einzigen nachvollziehbaren und rationalen Beweis vorzulegen. Dass er in diese Verschwörung auch die Saudis mit einbezieht, ist ein Indiz dafür, dass er von den Hauptschuldigen, die in der US-Administration zu finden sind, ablenken will. 

Glaubt jemand allen Erstes, dass der saudische Botschafter „Bandar-Bush“, der fast jede Woche auf dem Schoß von George W. Bush saß, an diesem kolossalen Verbrechen zusammen mit dem besten Freund der Amerikaner, den Israelis, dieses miese Verbrechen eingefädelt hat? Die israelisch-zionistische Regierung ist zwar Übel, und sie entfaltet oft eine unvorstellbare kriminelle Energie, aber sie ist nicht verrückt. Folglich konnte Madsen auch keinen einzigen Beweis für seine krude These vorlegen. Alles, was er vorzuweisen hat, sind unspezifisches Gerede und Latrinenparolen vom Hörensagen, verbreitet  von „Personen“, die es dem Autor anonym erzählt haben.

Dabei gibt es unzählige exzellente Studien zu 9/11 und den unzähligen Widersprüchen zur offiziellen Legende. Selbst der Bericht der  9/11-Kommission hat mehr verschleiert als er aufgeklärt hat; selbst dieser wird vom Autor nur einmal unerwähnt. Schon ein Blick in das Register zeigt, wessen Geistes Kind der Autor ist. Darin fehlen nicht nur die Namen von Dick Cheney, Donald Rumsfeld und anderer wichtiger Figuren wie Dov Zakheim u. a., sondern selbst George W. Bush ist nur einmal erwähnt. Ebenfalls werden US-Experten wie Professor David Ray Griffin überhaupt nicht erwähnt, der immerhin zwölf Bücher zu 9/11 geschrieben hat. Oder Elias Davidssons Buch „Hijacking the American Mind on 9/11„. Dagegen zitiert Madsen ständig seine eigene Website „Wayne Madsen Report“.

Nein, dieses Buch trägt nichts, aber auch gar nichts zur Aufklärung des Verbrechens bei. Es scheint, als wolle der Autor von den tatsächlichen Tätern und deren Hintermännern ablenken. Wie glaubhaft ist es, dass die beiden engsten Freunde der USA, ohne das Wissen der führenden Politiker in Washington das am besten geschützte Ministerium in den USA, das Pentagon, mit einem Passagierflugzeug  angreifen und die beste Flugabwehr der Welt überlisten konnten? Madsen weiß natürlich, dass es dieses Flugzeug nie gegeben hat, ebenso wenig wie ein Flugzeug in Shanksville in Pennsylvania auf einem Feld abgestürzt und wie vom Erdboden verschwunden ist, ohne auch nur einen Trümer zu hinterlassen! Wie sagte doch der Bürgermeister des Ortes gegenüber einem Fernsehteam der ARD: „There was no airplane.“

Über die Sprengung der Twin-Towers und World Trade Center Nr. 7 gar nicht zu reden. Alles dies diskutiert Madsen nicht, was ein Indiz dafür ist, dass er als US-Amerikanern von den eigentlichen Tätern ablenken will und insinuiert, dass der ominöse Mossad und die nicht gerade cleveren Saudis dieses Horrorszenario gelenkt haben könnten, das dann von Islamisten ausgeführt worden sein soll, die im Auftrag von Osama bin Laden gehandelt haben sollen. Selbst das FBI hat niemals bin Laden als Drahtzieher von 9/11 verdächtigt und auch für eine Beteiligung des Mossad konnte es keine Beweise vorlegen. War 9/11 nicht vielmehr eine U. S. Verschwörung gegen eine den Frieden liebende Welt?

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