Löw und Merkel Dämmerung

Löw und Merkel vor dem Aus?

Das Ausscheiden Deutschlands in der Vorrunde der Fußballweltmeisterschaft mag sich letztendlich als Segen für das Land erweisen. Der immerhin vierte Platz hinter Südkorea offenbart die arrogante Selbstgerechtigkeit und geistige Leere, die in diesem Team herrscht; sie steht aber symptomatisch für das ganze Land. Ein emotionsloser und resignativer Mehltau lag auf der Mannschaft von pekuniär überzüchteten Fußballsöldnern. Merkels „Dunkeldeutschland“ spiegelte sich eins zu eins in Löws „Gurkentruppe“ wider.

Die Ursachen für diesen Niedergang mögen zahlreich sein. Zentral für diese Untergangsstimmung war Merkels Entscheidung, im September 2015 über 1 Million Flüchtlinge gegen alle Rechtsvorschriften ins Land strömen zu lassen. Seither geht es in Deutschland drunter und drüber. Unzählige Morde wurden von „Merkels Gästen“ begangen, die nicht passiert wären, hätte sie nicht verfassungs- und europarechtswidrig gehandelt. Merkel trägt für alle diese Morde die politische Verantwortung. In jeder funktionierenden Demokratie hätte sie längst zurücktreten müssen. Die Hauptverantwortung für ihr Verbleiben im Amt tragen ihre Jasager in der CDU/CSU-Fraktion und die Presse, die sich nach jedem Mord in Relativierungen und Verharmlosungen ergingen. 

Das Schicksal Löws und Merkels sind auf das Engste miteinander verbunden. Der Publizist und Fußballexperte Norbert Seitz hat in seinem Buch „Doppelpässe. Fußball und Politik“ immer wieder auf ein solch symbiotisches Verhältnis zwischen Politik und Fußball hingewiesen. Auch für Seitz hat dieses Schicksalspaar seinen Zenit überschritten. So drohe Merkel „das Schicksal der Nationalmannschaft: nämlich stückchenweise demontiert zu werden“. Für beide würde – trotz „Vertrags“ – ihr Verbleiben im Amt zur „Rutschbahn“ werden. „Sollte diese Regierung scheitern, wäre äußerst fraglich, ob Merkel noch mal eine neue Regierung hinbekäme. Und ob Löw der richtige Mann wäre, um nach einem frühen Ausscheiden eine neue, jüngere Mannschaft aufzubauen, ist ebenfalls zweifelhaft.“ Ein Neuanfang ist im Fußball nur ohne Löw und in der Politik ohne Merkel möglich. Ein „Weiter so“ in beiden Bereichen würde den vorherrschenden Defätismus in Deutschland auf Jahre hinaus perpetuieren. Da Deutschland vorgibt, „Umweltweltmeister“ zu sein, ist das Ausscheiden wenigstens für die Umwelt segensreich. Die CO2-Bilanz wird  wegen der ausfallenden Autokorsos positiver als erwartet  ausfallen.

Wie eng Löw und Merkel ideologisch verbandelt sind, zeigt der Umgang mit nationalen Symbolen. So wurde aus der deutschen Nationalmannschaft eine undefinierbare „Mannschaft“, ein nichtssagender und hohler Begriff, der in keinem Land für ein Nationalteam gebräuchlich ist. Auch auf den Trikots wurden die Nationalfarben wegretuschiert. Als der damalige Generalsekretär Gröhe Merkel nach ihrem Wahlsieg ein Deutschlandfähnchen übereichte, riss sie ihm dieses aus der Hand und gab es verächtlich einem ihrer zahlreichen Wasserträger zur Entsorgung.

Eine enorme emotionale und mentale Bürde für das Löw-Team stellte auch das Treffen von Özil und Gündogan mit Despot und Sultan Erdogan in London dar. Auf  dem Erdogan übereichten Trikot stand zu lesen: „Meinem Präsidenten“, eine merkwürdige Geste zweier wohl rein formaler deutscher Staatsbürger. Ein Ausschluss aus dem deutschen WM-Aufgebot wäre die einzig logische Konsequenz für ein Verhalten gewesen, das allen Werten Hohn spricht, für die die „Mannschaft“ und die BRD vorgeben zu stehen. Dafür wurde Sané ausgebotet und Bayernspieler Sandro Wagner erst gar nicht nominiert, weil Löw seine selbstbewusste Art nicht passte; umgibt er sich doch gerne wie Merkel auch nur mit Jasagern und devoten Figuren.

Löw und Merkel sind Meister der inhaltsleeren Phraseologie, und sie stehen für den Niedergang einer Epoche. Sie symbolisieren einen postnationalen Sonderweg Deutschlands. Beide halten sich für alternativlos. Löws Hilflosigkeit in der absoluten Niederlage kann nur in seinem Rücktritt münden. Dass er sich noch Bedenkzeit ausbedungen hat, lässt ihn als wenig souverän erscheinen. Dass der DFB vor der Fußballweltmeisterschaft seinen Vertrag bis 2022 verlängert hat, zeugt von ideologischer Verblendung und wenig Weitsicht der Verbandsfunktionäre.

Nach dem verdienten Ausscheiden fiel den Staatsmedien wie der ARD nichts besseres ein, als umgehend in antirussische Propaganda zu verfallen, anstatt die Ursachen des fußballerischen Debakels zu analysieren. Hans-Jürgen Stottko schrieb über den arroganten Kommentar eines gewissen Leufgens vom WDR an die Verantwortlichen der ARD, der von den NachDenkSeiten veröffentlicht worden ist. „Es ist doch eigentlich erschreckend, dass der Kommentar zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft von Herrn Leufgens sich nicht mit den tieferliegenden Ursachen der deutschen Niederlage (z. B. damit, dass die hochbezahlten Profis in erster Linie daran denken müssen, dass sie ihr Geld in den Klubs verdienen und dass die Nationalmannschaft für ihre Lebensverhältnisse eigentlich sekundär ist, oder mit einer ausgesprochenen Überheblichkeit gegenüber anderen Teams, wie sie sich nach dem Schweden-Spiel zeigte) befasst, sondern sofort wieder dazu genutzt wird, Stimmung gegen den Veranstalter Russland zu machen. Irgendwie glaube ich, dass die ARD bzw. Das Erste zu einem reinen antirussischen Propagandasender verkommen ist.“ Neben den Staatsmedien haben sich fast alle anderen Medien in dumpfer anti-Russland-Propaganda ergangen, insbesondere Spiegel Online, anstatt Löws überbezahlte Gurkentruppe auseinanderzunehmen.

Nach ihrer „triumphalen“ Ankunft in Frankfurt gaben sich die Verantwortlichen schmallippig. Neuer war „wütend auf uns selbst“, und „die Klasse der Mannschaft konnte nicht auf den Platz gebracht werden.“ Meinte Neuer die Klasse der Nationalmannschaft von 2014? Bierhoff sprach von einem „Einstellungsproblem“, und Löw davon, dass er in der Verantwortung stehe. Nach ihm stünden „tiefgehende Maßnahmen und klare Veränderungen“ an. Diese müssen natürlich auch das Team Löw betreffen und nicht nur auf einige Nationalspieler beschränkt bleiben.

Merkels Schicksal dürfte sich beim gerade stattfindenden EU-Migrations-Gipfel entscheiden. Aber wie man Merkel, Macron und Juncker kennt, wird dieses Trio Infernale wieder einen der üblichen faulen Kompromisse aus dem Hut zaubern, um Innenminister Horst „Drehhofer“ milde zu stimmen. Gehört der CSU-Vorsitzende Seehofer doch zu denjenigen bayerischen Politikern, die als brüllende Löwen auftreten, aber regelmäßig als Merkels Bettvorleger enden. Sollte es dieses Mal anders sein, wäre es die berühmte Ausnahme von der Regel. Der EU-Gipfel hat keine Lösung gebracht, jetzt ist Seehofer gefordert.

Für die deutsche Nationalmannschaft und die BRD wäre es ein Segen, wenn Löw und Merkel ihre jeweilige Bühne verließen.

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