Sigmar Gabriel reist nach Nordkorea

Sigmar Gabriel besucht die Kims in Nordkorea!

Der ehemalige deutsche Außenminister Sigmar Gabriel ist für seine unkonventionellen Aktionen bekannt. So besuchte er als erster renommierter Politiker eine Diskussionsveranstaltung mit Pegida-Anhängern in Dresden, zu der die Landeszentrale für politische Bildung eingeladen hatte; dies brachte ihm von seinen Genossen viel Kritik ein. Gleichwohl hatte Gabriel rechtsradikale Randalier in Heidenau als „Pack“ bezeichnet. Hassobjekt der Rechten ist jedoch Heiko Maas. So musste er die Mai-Kundgebung in Zwickau fluchtartig verlassen.

Sigmar Gabriel kann es durchaus mit der Unkonventionalität des US-Präsidenten Donald Trump aufnehmen. Er besucht das Reich der Kim-Dynastie. b ihm dies jedoch ein Entree beim Vorsitzenden Kim Jong-un verschafft, bleibt abzuwarten. Da sich ausländische Politiker in Nordkorea nicht gerade die Klinke in die Hand geben, könnten die Chancen für ein Treffen mit Kim nicht schlecht stehen. Wenn ihm das gelingen sollte, hat Heiko Maas, sein unsäglicher Nachfolger im Auswärtigen Amt ein Problem. Dass die SPD den „Konfirmanden“ in Designer-Anzügen Gabriel vorgezogen hat, ist für viele bis heute nicht nachvollziehbar. Maas steht symbolisch für den politisch-erbärmlichen Zustand der SPD.

Die deutsche Außenpolitik sollte rhetorisch gegenüber Nordkorea abrüsten. Es ist niemandem gedient, wenn man Kim als Diktator bezeichnet. Gabriel verweist zu Recht auf seine Vorbilder Willy Brandt und Helmut Schmidt, die in dunkelsten Zeiten einen Dialog mit den damaligen „Diktatoren“ in der Sowjetunion, Polen und der DDR begonnen haben, der zur Wiedervereinigung Deutschlands geführt hat.

Eine ähnliches Tauwetter haben bereits Kim und sein südkoreanisches Pendant, Präsident Moon Jae-in, eingeleitet. Ihr guter Wille bedarf der internationalen Flankierung. Dabei sind insbesondere die USA, China und Russland gefragt, worauf Gabriel hingewiesen hat. Dass Gabriel die nordkoreanischen Atomwaffen als eine Bedrohung der internationalen Staatengemeinschaft bezeichnet, mit der man sich nicht abfinden dürfe, ist nicht nachvollziehbar, da das Kim-Regime von den drei Super-Atommächten eingekreist ist. Bis heute ist nicht klar, ob Nordkoreas Atomprogramm nicht nur ein Virtuelles ist, wie weiland Saddam Husseins. Kim ist ein weitaus geschickterer „Spieler“ als Saddam.

Kommt es zu einem Treffen zwischen Kim und Gabriel, so sollte letzterer Kim nicht nur vor den USA, sondern auch vor einer überhasteten Wiedervereinigung warnen, wie weiland dies Oskar Lafontaine 1989 auch getan hat. Damals hatte niemand auf ihn gehört, und die DDR-Ökonomie wurde vom Westen plattgemacht. Ähnliches dürfte dem Norden durch den Süden Koreas bevorstehen. Helmut Kohls „blühende Landschaften“ sind in einigen der neuen Bundesländer immer noch nicht in Sichtweite.

Im Gegensatz zu den meisten SPD-Funktionären setzt sich Gabriel immer wieder für eine Verständigung und einen Dialog mit Russland ein. Dies ist im Zeitalter der Erpressungen durch das Trump-Regime wichtiger denn je. Deutschlands Interessen werden durch die USA mit Füßen getreten. Im Gegensatz dazu, bietet Präsident Putin Deutschland eine intensive Zusammenarbeit auf allen Gebieten an.

Die deutsche politische Klasse sollte sich, wenn nicht im Original, so wenigstens in Auszügen auf Deutsch die Rede von George Friedman vor dem Chicago Council on Global Affairs anhören. Nach ihm sei es seit einhundert Jahren Ziel der US-Politik, gute Beziehungen zwischen Russland und Deutschland zu verhindern. „Vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse war, dass dieser Fall nicht eintritt.“ Die USA haben keine Beziehungen mit Europa, sondern nur mit einzelnen Nationalstaaten in Europa, so Friedman.

Unter Trump ist Deutschland zu einem „Feindstaat“ der USA geworden. Die ständigen Einmischungen in die inneren Angelegenheiten durch den US-Botschafter Richard Grenell sollte Deutschland mit dessen Ausweisung beantworten. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Politiker wie Sigmar Gabriel diplomatische Initiativen ergreifen, die gegen Denkverbote und Taboos verstoßen, die willkürlich von den Medien und friedensfeindlichen Kräften aufgerichtet worden sind. Mit seinem Besuch in Nordkorea kann Gabriel diese Taboos als das entlarven, was sie sind, politisch-korrekte Denkverbote. Chapeau, Herr Gabriel!

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